X AMBASSADORS, Photo Call, BUFA-Studios, Berlin, 08.02.2016

X AMBASSADORS – neues Album ORION

Mit ORION erscheint am 14. Juni 2019 das lange erwartete 2. Album der Alternative-Rock-Band X AMBASSADORS.

Fast vier Jahre liegt die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums VHS zurück. Wobei, hierzulande erschien es ja erst 2016. Erst, nachdem sie in Amerika mit den Singles „Jungle“ (feat. Jamie `n`Commons) und vor allem „Renegade“ Riesenerfolge feierten. Die beiden Songs machten die Jungs aus Brooklyn insbesondere durch die Verwendung in Werbespots bekannt. Die Folge waren zahlreiche Nominierungen für die verschiedenen Musikpreise, Platz 1 der Billboard-Rocksong-Jahrescharts, mehr als 40 Gold- und Platin-Auszeichnungen und über 10 Millionen verkaufte Tonträger (hauptsächlich Singles) weltweit.

2016 startete die Band eine Welttournee, die sie auch nach Deutschland führte. Im Februar traten sie im Berliner „Magnet Club“ auf. Am Tag nach dem Konzert traf ich die Jungs für ein kurzes Interview. Das lief leider nicht so gut, Sam und Adam hatten nicht wirklich Lust, sie wirkten schon etwas gestresst und ich selbst war ziemlich nervös, das erste Mal auf Englisch ….

Jetzt melden sie sich also zurück.

Als Vorboten gab es bereits vor einigen Wochen die Single „Boom“, wieder ein Titel für eine Werbekampagne, diesmal für einen Mobilfunk-Anbieter. Das Bemerkenswerteste an der Single ist aber die Gestaltung des Artwork: In Blindenschrift (Keyboarder Casey Harris wurde blind geboren).

x ambassadors, orion, albumcover

Was fällt an dem neuen Album als Erstes auf?

Zunächst einmal schon bei Betrachtung des Covers, dass man nur noch drei Jungs dort sieht. Die X AMBASSADORS sind wieder zu Dritt, so wie zu Beginn: Sam Harris (Lead vocals, Gitarre, Saxophone, bass Gitarre, Drums, Percussion), Casey Harris (piano, Keyboards, Backing vocals) und Adam Levin (Drums, Percussion). Noah Feldshuh, der mit den Harris-Brüdern die Band gründete, ist nicht mehr dabei.

Ein weiterer Unterschied zu VHS ist die kurze Titel-Liste (11 statt 20) und eben auch, dass das Album nur 36 Minuten dauert. Worauf ich gut verzichten kann, sind die „Interludes“, die es beim Erstling gab. Die Zwischen-Texte waren den Jungs damals sehr wichtig, um ihre Geschichten zu erzählen. Ich empfand sie eher als störend. Allerdings kommt der Titel 10 „I Don`t Know How To Pray“ auch genau so daher. Er wirkt dadurch wie ein Fremdkörper auf dem Album, das ansonsten 10 großartige Rocksongs enthält.

Los geht`s mit einem richtigen Knaller: „Hey Child“ brennt sich direkt ins Gehirn und hat absolute Ohrwurm-Qualität! Das folgende „Confidence“ ist auf diesem Album das einzige Duett. Die bei uns noch weitgehend unbekannte amerikanische Rapperin K. Flay, bürgerlich Kristine Meredith Flaherty, singt hier gemeinsam mit dem charismatischen Sam Harris. Daran an schließt sich das großartige „Quicksand“ gefolgt von der Vorab-Single „Boom“. Genau wie ein Großteil der anderen Songs wurde dieser von Ricky Reed mitgeschrieben und produziert. Der Erfolgsproduzent hat bereits mit Jason Derulo, Leon Bridges, Lizzo und Pitbull zusammen gearbeitet. Ansonsten haben sie auf Jayson Dezuzio (mit dem sie schon bei VHS zusammen gearbeitet haben) und Nate Mercereau (Mike Posner, Shawn Mendes) vertraut. Von den folgenden Songs sticht vor allem „Wasteland“ heraus.

ORION gehört für mich zum Besten, was dieses Jahr bisher erschienen ist.

Ein wenig erinnert es schon an die größten Alben und Hymnen der SIMPLE MINDS oder U2. Wer weiß, vielleicht schaffen sie mit dem Album ja den endgültigen Durchbruch…?

Live wird man die X AMBASSADORS dieses Jahr wohl nicht mehr bei uns erleben, die Jungs sind bis Ende des Jahres in Amerika unterwegs.

 
X AMBASSADORS – ORION

VÖ: 14.06.2019

Label: KIDinaKORNER/ Interscope/ Universal Music

TRACKLISTE
1. HEY CHILD
2. CONFIDENCE feat. K. Flay
3. QUICKSAND
4. BOOM
5. RULE
6. HISTORY
7. RECOVER
8. WASTELAND
9. SHADOWS
10. I DON’T KNOW HOW TO PRAY
11. HOLD YOU DOWN

 

© Christian Behring im Juni 2019