Jürgen Holtz, 1932 - 2020

Theatermime Jürgen Holtz gestorben

Der Schauspieler Jürgen Holtz ist tot. Mit Jürgen Holtz hat die deutsche Theaterlandschaft wieder einen Großen verloren. Am 21. Juni 2020 erlag er im Alter von 87 Jahren einer Krebserkrankung. Erst in den letzten Jahren tat er sich auch als Bildender Künstler hervor.

Der 1932 in Berlin geborene Künstler studierte von 1952 – 55 am Deutschen Theaterinstitut Weimar.

Sein erstes Engagement führte ihn nach Erfurt. Von da aus ging es für ihn über Brandenburg a.d.H. nach Greifswald und schließlich in seine Heimatstadt. Ab 1964 spielte er an der Volksbühne, von 1966 – 74 am DT. Ab 1974 wurde das BE seine künstlerische Heimat, aber 1977 kehrte er zurück an die Volksbühne. Gastspiele führte ihn in dieser Zeit auch in den Westen. Da ihm sein Visum nicht verlängert wurde, verließ er 1983 die DDR. Hier stand er u.a. auf den Bühnen in Bochum, München und Frankfurt. Nach der Wiedervereinigung kehrte er nach Berlin zurück, spielte am DT und vor allem am BE. Unter der Regie von Claus Peymann, Robert Wilson und zuletz Frank Castorf spielte er 2019 in Galileo Galilei. Das Theater und die Pest.

Sein Filmdebüt hatte er 1957 in dem DEFA-Klasse Berlin – Ecke Schönhauser….

Allerdings in einer sehr kleinen Rolle. Seinen letzten Filmauftritt absolvierte er in STEREO an der Seite von Jügen Vogel, Moritz Bleibtreu und Petra Schmidt-Schaller. Am nachhaltigsten im Gedächtnis bleibt wohl für immer die Rolle als MOTZKI in der gleichnamigen Fernsehserie. Wann immer in den folgenden Jahren eine Person in der Öffentlichkeit als unangenehmer Stinkstiefel auffiel, wurde sie mit Motzki verglichen. Den hat er so natürlich und glaubhaft verkörpert, dass der Schauspieler in der Öffentlichkeit eher als Motzki erkannt wurde, weniger als er selbst. Große Filmrollen blieben aber eher selten für Jürgen Holtz.

Neben der Theater- und Filmarbeit wirkte Jürgen Holtz aber auch häufig an Hörspielproduktionen mit. Zwischen 1966 und 2018 kamen mehrere Dutzend Produktionen mit ihm zustande.

Jürgen Holtz wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

So erhielt er 1990 den Adolf-Grimme-Preis für  Reporter (zusammen mit Klaus Emmerich, Hans Noever, Walter Kreye und Renan Demirkan). 1993 wurde er als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet. 2013 folgte der Theaterpreis Berlin und 2014 erhielt er den Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste.

Ich traf ihn nur kurz auf der Vernissage seiner Kollegin Margarita Broich im Martin-Gropius-Bau im März 2011 (Foto).

© Christian Behring im Juni 2020