Tanita TIKARAM, Konzert im Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

Tanita Tikaram und Luca Sestak in Berlin

Der Heimathafen Neukölln bildete am Samstagabend den passenden Rahmen für eine besondere Künstlerin. Im Rahmen ihrer „TO DRINK THE RAINBOW“-Tour gastierten hier TANITA TIKARAM und ihre fünfköpfigen Band. Außerdem dabei: der Musiker LUCA SESTAK.

Der 24-jährige Musiker hatte die Ehre, den Abend zu eröffnen.

Punkt 21 Uhr betraten er mit seinen beiden Begleitern an Bass und Schlagzeug die Bühne des schon ziemlich gut gefüllten Saals im Heimathafen. Der junge Musiker, der aus Celle stammt, kommt ursprünglich vom Boogie Woogie  und nennt Musiker wie Vince Weber als seine Vorbilder.

Luca SESTAK, Photo Call vor dem Konzert, Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

Den Samstag nutzte er aber, um neue Titel vorzustellen. Dieses Jahr hat er erst einen Plattenvertrag bei SONY Music unterschrieben. Gerade erschien seine erste Single „Right Or Wrong“. Bevor im März 2020 das Debüt-Album folgt, sollen noch ein oder zwei Singles veröffentlicht werden.

Die drei Musiker auf der Bühne schafften es schon nach wenigen Minuten, das Publikum zu begeistern. Mit den neuen Songs hat LUCA SESTAK sich hörbar weiterentwickelt. Seine Boogie-Woogie-Affinität blitzte nur noch gelegentlich auf. Ansonsten sind die Titel poppiger, teilweise auch funkiger, so wie der Single-Track. Mittendrin lud er für einen Instrumental-Titel das Publikum ein, die Augen zu schließen und sich von der Musik zum Träumen inspirieren zu lassen. Und der Titel verbreitete tatsächlich eine fast schon meditative Stimmung, erinnerte darin etwas an Martin Kälberers „Balta Sound“. Aber damit niemand auf falsche Ideen kommt, wurde es anschließend gleich wieder etwas flotter. Viel Zeit, seine musikalischen Qualitäten zu zeigen, blieb ihm danach leider nicht mehr, denn wie üblich, war auch sein Support-Auftritt nach etwa 30 Minuten beendet. Auf jeden Fall hat er aber schon mal eine gute Visitenkarte abgegeben.

Danach gab es die übliche Umbaupause, in der sich der Saal endgültig füllte. Nur oben auf dem Rang waren wohl noch ein paar Plätze frei, unten im Saal ging nichts mehr. Der Heimathafen war eindeutig die bessere Wahl gegenüber dem Konzert 2012 im Kesselhaus.

"Tanita TIKARAM", Konzert, Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

„Tanita TIKARAM“, Konzert, Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

So gehört es sich ja auch, wenn es etwas zu feiern gibt.

Und für TANITA TIKARAM gibt es 2019 gleich zwei gute Gründe. Am 12. August vor 50 Jahren wurde sie in Münster geboren. Und dann ist da auch noch ihr Debüt-Album „ancient heart“, das im September 1988 erschien und das sie auf dieser Tour feiert.

Immer noch wird ihr Name hauptsächlich mit dem Über-Hit des Albums „Twist In My Sobriety“ verbunden. Als weitere Titel aus dem Album  präsentierte sie „Cathedral Song“ (mit dem sie das Konzert eröffnete) und „Good Tradition“. Den Titel kündigte sie damit an, dass sie auf der Suche nach einem „Catchy Song“ war. Und tatsächlich schien es so, als würden viele im Publikum überlegen aufzustehen und mitzutanzen. Nur traute sich dann wohl doch niemand, den Anfang zu machen.

"Tanita TIKARAM", Konzert, Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

„Tanita TIKARAM“, Konzert, Heimathafen Neukoelln, Berlin, 05.10.2019

Insgesamt pendelte die Stimmung an diesem Abend zwischen Melancholie, Dramatik, Ausgelassenheit und grenzenloser Begeisterung.

Insgesamt 17 Songs (einschließlich Zugaben) standen an diesem Abend auf dem Programm. TANITA TIKARAM bot mit ihrer fünfköpfigen Band (Bass – Geige – Akkordeon – Brass – Drums) genau das, was die Fans an diesem Abend erwarteten. Tolle Stimmung, gefühlvolle Lieder, große Songs und Hits in einer angenehmen Atmosphäre.

Die Bilder vom Abend findet ihr auf meiner Photo-Webseite.

© Christian Behring im Oktober 2019