Susan Wolf, Pressefoto by Andreas Ransborg Houmann 3

SUSAN WOLF – großartiges neues Album

Am 22. Februar 2019 erschien eines der Alben, die man nicht aller Tage zu hören bekommt. Für mich gehört I HAVE VISIONS von Susan Wolf zu den heißesten Kandidaten für das ALBUM DES JAHRES 2019. Wo war diese Frau nur in den vergangenen Jahren, in denen nur wenige herausragende Alben erschienen sind? Wo kommt sie eigentlich her?

Musik bestimmt schon immer das Leben von Susan Wolf.

Eigentlich wollte sie nie etwas anderes machen, als ihre eigene Musik schreiben und auf den Bühnen der Welt zu performen. So veröffentlichte sie unter dem Namen Soe Tolloy bereits zwei Alben, auf denen sie sich stilistisch ausprobierte. Damit schaffte sie es immerhin, dass man auf sie aufmerksam wurde. Tourneen führten sie als Support von Simply Red und Katie Melua um die ganze Welt.

Persönliche Schicksalsschläge führten aber dazu, dass sie ihre Gitarre in die Ecke stellte und die Träume von einer großen Karriere begrub.

Stattdessen trat sie nur noch in kleinen Jazzclubs und Hotelbars in ihrer Heimat auf. Aber dann gab es eine jener Begegnungen, die man im Nachhinein oft als „schicksalshaft“ bezeichnet. Ein Gast sprach sie an und fragte, warum sie denn dort, auf dieser kleinen Bühne auftrete. Um ihr Mut zu machen, kaufte er ihr eine Gitarre. Das war der Ausgangspunkt für den Neustart.

SusanWolf, I Have Visions, Covermotiv

Geschrieben und produziert hat Susan Wolf die Songs ihres neuen Albums in Dänemark. Ihrem Sehnsuchtsland, wie sie selbst sagt. Um die Sache rund zu machen, hat sie sich als Partner für das Album auch noch zwei dänische Multiinstrumentalisten und Produzenten gesucht.

Nikolaj Heyman und Peter Dombernowsky sind die beiden „dänischen Wikinger“ an ihrer Seite. Bekannt wurden sie vor allem durch die Zusammenarbeit mit Mark Lenegan, Giant Sand und Isobel Campbell. Heyman und Dombernowsky haben nicht nur das Album produziert, sie haben auch fast alle Instrumente wie Dobro, Steel- und Tremolo-Gitarre, Orgel usw. selbst eingespielt. Instrumente, wie sie vor allem in der amerikanischen Country-, Folk- und Americana-Musik Verwendung finden.

Und genau so klingt auch das Album von Susan Wolf. Nach Sehnsucht, Wärme, Weite, Melancholie, Entschlossenheit, aber auch Zerbrechlichkeit. Eben nach einem Menschen, der auf der Suche nach seinem Weg bestimmte Erfahrungen gemacht hat, die nicht immer positiv waren, der jetzt aber umso fester entschlossen ist, seinen Traum zu verwirklichen.

Musikalisch ist I HAVE VISIONS eine Mischung aus  Singer-Songwriter, Folk, modernem Americana und Country. Mit ihrem Comeback-Album kann sie sich durchaus mit Künstlern wie Will Oldham, Robert Plant & Alison Krauss messen.

„Life wants me to rise out of the ground and lose the chains holding my body down.“

Mit diesen Zeilen beginnt „The Road“, der erste Song ihres Albums. Melancholie und Sehnsucht klingen aus der Stimme von Susan Wolf, die sich langsam steigert und zum Ende hin immer fordernder kling. Dazu Musik, die eine diffuse Stimmung verbreitet, nicht klar einzuordnen ist. Gerade das macht aber eben auch die Spannung aus.

Genau diese Stimmung aus Sehnsucht und Zerbrechlichkeit auf der einen Seite und Mut und Entschlossenheit auf der anderen zieht sich durch das gesamte Album. Das macht den Reiz dieses Albums aus. Susan Wolfs ausdrucksstarke Stimme gepaart mit der phantastischen Instrumentierung der beiden „Wikinger“ heben dieses Album aus der Masse der Durchschnittsware heraus. Da hat sich ein Trio gefunden, von dem man hoffentlich noch viel hören wird.

Susan Wolf wird im Mai zwei Gigs spielen:

  1. Mai 2019 Freiburg, Jazzhaus
  2. Mai 2019 Innsbruck, Treibhaus

Im Herbst ist dann eine größere Tour geplant.

 

Eine erster Videoclip aus dem Album wurde ebenfalls bereits veröffentlicht, „Still I´m In Love“:

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https://www.youtube.com/watch?v=kc8Df8Ikj58

 

SUSAN WOLF – I have visions

(Jazzhaus Records / inakustik)

VÖ: 22.02.2019

Quelle: Jazzhaus Records / Pressefoto by Andreas Ransborg Houmann

© Christian Behring im Februar 2019