18. August 2022
Nadine Sierra, DG, 2021

Nadine Sierra – Für die Oper geboren

Am 4. März 2022 veröffentlichte Nadine Sierra ihr Album Made for Opera bei Deutsche Grammophon / Universal Music. Auf dem Album zeichnet sie das Psychogramm von drei Opernheldinnen: Verdis Violetta, Donizettis Lucia und Gounods Juliette.

„Sängerinnen spielen in der Oper oft junge Mädchen, die nicht selbst über ihr Schicksal entscheiden dürfen – ein Schicksal, das regelmäßig in einer Tragödie endet. Figuren wie Violetta, Lucia und Juliette lehren uns etwas sehr Wichtiges über die Schönheit des Lebens, nämlich wie zerbrechlich sie ist, und dass ihr Lebensweg ganz anders hätte verlaufen können, wäre man nur ein wenig behutsamer, fairer und aufmerksamer mit ihnen umgegangen. Ich denke, Verdi, Donizetti und Gounod haben uns diese wundervollen Frauen geschenkt, damit wir sie bewundern können, und sie haben ihre Seelen auf eine Weise in Musik gefasst, die ihren Stimmen neue Kraft und Nachdruck verleiht.“

Soweit die Künstlerin selbst über ihr neues, zweites Album.

Sierra beweist damit ihr Können in schwierigen Partien. Zum Ausdruck bringt sie es in bravourösem Belcanto, aber auch im bewegenden Drama, denn in ihren Interpretationen offenbart sie das Seelenleben dieser Heldinnen aus La traviata, Lucia di Lammermoor und Roméo et Juliette.

„Alle drei Rollen stellen große Herausforderungen an die Stimme“, erklärt sie, „aber eben diese Herausforderungen lassen die Frauen zugleich lebendig werden. Ihre Geschichten berühren die Hörer von heute genau wie die Hörer von damals vor 150 Jahren, als die Werke auf die Bühne gebracht wurden – vielleicht sogar noch mehr.“

Die Entstehung des Albums ist aber auch inspirierenden Frauen aus dem wirklichen Leben zu verdanken:

Teresa Stratas und Renata Scotto. Sierra sah sie im Alter von zehn Jahren in ihrer ersten Oper. Ihre Mutter hatte Zeffirellis La Bohème als Video aus der Bibliothek ausgeliehen. Auch Marilyn Horne zählt zu Sierras Vorbildern, sie war eine Mentorin der Sängerin. „Es war ein Privileg, von diesen großartigen Frauen lernen zu dürfen“, sagt sie. „Durch sie habe ich begriffen, was man alles braucht für diesen Weg: Hingabe, Leidensfähigkeit, Opferbereitschaft, Durchhaltevermögen, Geduld und Leidenschaft für die Sache. Nur so kann man es schaffen und ´wie gemacht sein für die Oper`.“

Nadine Sierra ist in Deutschland keine Unbekannte.

Sie stand bereits mehrfach auf der Bühne deutscher Opernhäuser und wurde bereits 2013 in Gütersloh als „Neue Stimme“ ausgezeichnet. 2019 erhielt sie den „Opus Klassik“ als Nachwuchskünstlerin Gesang.

in dieser Spielzeit geht sie im März an die Bayerische Staatsoper für Barbara Wysockas hochgelobte Produktion.

Nadine Sierra, Album_Cover

Nadine Sierra: „Made for Opera“

VÖ: 04. März 2022 via Deutsche Grammophon

Foto-Credits: Gregor Hohenberg / DG

 

© Christian Behring im Februar 2022