WELSHLY ARMS, Konzert in der Wuhlheide Berlin, 26.08..2017

WELSHLY ARMS – nach LEGENDARY folgt das Album NO PLACE IS HOME

Im März 2017 konnte ich eine junge amerikanische Band bei einem Showcase im Foyer von UNIVERSAL MUSIC live erleben: WELSHLY ARMS. LEGENDARY, ihre erste Single, die hierzulande veröffentlicht wurde, lief gerade im Radio an. Wochen später war der Song ein weltweiter Hit, gleich in mehreren Ländern gab es „Gold“ dafür. Im Sommer stand die Band schließlich auf den größten Festival-Bühnen (in Berlin auf der Kindl-Bühne Wuhlheide bei „Stars for free“). Höhepunkt dürfte der Auftritt bei ROCK AM RING gewesen sein.

Am 25. Mai 2018 erschien jetzt das lange erwartete Album, natürlich mit dem Mega-Hit und 12 weiteren Songs, die sie im letzten Jahr geschrieben haben. NO PLACE IS HOME haben sie ihr zweites Album betitelt (das selbstbetitelte Debüt erschien 2015).

Den etwas sperrigen / oder auch verwirrenden Titel des Album erklärt Sänger / Bandleader Sam Getz so: „Wir sind in den vergangenen Jahren so viel unterwegs gewesen. Es ist aufregend, so viele neue Orte zu sehen und überall für Menschen live zu spielen. Aber gleichzeitig fühlt man sich dabei ein wenig entwurzelt. In einem Monat ist der Tour-Bus unser Zuhause. Den nächsten verbringen wir in Übersee und leben aus dem Hotel heraus. Wenn wir dann einmal tatsächlich in unsere Heimatstadt kommen, fühlt es sich nicht mehr wie Zuhause an, einfach weil wir mittlerweile dermaßen daran gewöhnt sind, unterwegs zu sein. Im gleichen Moment ist es leicht, sich verloren zu fühlen, so, als ob man nirgendwo auf der Welt wirklich dazu gehört. Das ist das übergeordnete Thema der Songs auf der Platte.“

welshlyarms_noplaceishome_Cover_universalmusic

 

Noch vor einem Jahr konnte man bei den Live-Auftritten ein Band erleben, die man eher dem Blues-Rock oder Alternative-Rock zuordnen würde. Ruppig, rau, kraftvoll, angereichert mit einer Prise Soul. Kein Wunder, bezeichnen sie doch Jimi Hendrix, Howlin` Wolf und die Temptations als ihre Vorbilder.

Der Sound hat sich davon nun ein Stück weit entfernt. Die Songs des neuen Albums klingen lange nicht so ruppig. Wer den rauen Ton des ersten Albums liebte, wird möglicherweise etwas enttäuscht sein. Es gibt sie noch, diese Songs, aber nicht durchgängig. Welshly Arms haben ihr musikalisches Spektrum deutlich erweitert. Mehr Mainstream-Rock, Einflüsse aus Folkmusic und sogar dem Pop-Bereich findet man in ihren Songs. Ganz zum Schluss gibt es mit „Unspoken“ sogar einen Kuschelrock-Song.

Nicht klar geworden ist mir allerdings, was sie sich bei „All For Us“ gedacht haben. Weder Folk noch Pop ist das so richtig. Auf einer Skala von 0-10 bekommt der von mir eine -10. Akustik-Gitarre und Drumcomputer zusammen, das geht gar nicht! Schade, aber der Song macht das ansonsten ganz ordentliche Album völlig kaputt. Dazu hätte ich die Jungs gerne mal befragt, ob das ein Scherz sein sollte, den ich nur nicht verstanden hab?! Aber selbst wenn, hätten sie meiner Meinung nach besser darauf verzichtet.

Aber um jetzt nicht ganz ins Negative abzugleiten: insgesamt überwiegen die guten Songs, so wie die beiden Single-Auskopplungen „Legendary“, „Sanctuary“ oder auch „Down To The River“, „Locked“ und „Wild“.

Und mich hat die Band sowieso live überzeugt.

Im November 2018 kann man WELSHLY ARMS hierzulande wieder live erleben:

  1. Nov 2018 Fr 20:00  – Zoom Frankfurt am Main
  2. Nov 2018 So 21:00 – Strom München
  3. Nov 2018 Mo 20:00 – BiNuu Berlin
  4. Nov 2018 Mo 19:00 – Gloria Theater Köln

 

Im Sommer 2017 trafen wir Welshly Arms nach ihrem Auftritt in der Wuhlheide für ein kurzes Interview. Das Gespräch führte Julia Helbich:

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https://youtu.be/qA8MNdn722U

 

Zu guter Letzt hier noch das „Best Of“ der Bilder vom Auftritt in der Wuhlheide im August 2017:

 

Quelle: Welshly Arms / Universal Music

(c) Christian Behring im Mai 2018