THORSTEINN EINARSSON – ein Österreicher aus Reykjavik

Thorsteinn Einarsson? Wer soll das sein? Muss man den kennen? Das sind bestimmt die ersten Fragen, die sich jeder stellt, der den Namen noch nie gehört hat. Was aber auch nicht groß verwundert. Denn bisher hat der 23-jährige Musiker sich darauf konzentriert, in Österreich bekannt zu werden.

Dort ist er nämlich inzwischen heimisch geworden.

Geboren in Reykjavik, zog er als Kind mit seinen Eltern erstmals nach Salzburg, als sein Vater ein Studium am Mozarteum aufnahm. Nach der Trennung der Eltern ging er mit seiner Mutter zunächst wieder nach Island, bevor er mit 14 Jahren nach Österreich zum Vater zog. Musik spielte schon früh eine große Rolle in Thorsteinns Leben, aber beruflich wollte er das gar nicht unbedingt machen. So nahm er erst mal eine Lehre als Koch auf.

Aus einer „Schnaps-Idee“ heraus änderte sich für ihn über Nacht alles. Ein Freund meldete ihn nämlich für die populäre Casting-Show „Die große Chance“ an, bei der er bis ins Finale kam und am Ende Platz 4 belegte. Mit seinem Song „Leya“ schaffte er es anschließend nicht nur in die TOP10 der österreichischen Single-Charts, dafür gab`s auch gleich noch einen AMADEUS AWARD. Gemeinsam mit seinen Co-Autoren bekam er 2015 den Preis als SONGWRITER DES JAHRES.

2016 folgte das Debüt-Album „1;“ (sprich: one continued), mit dem er sich ebenfalls in den TOP10 platzieren konnte. Es folgten weitere Single-Auskopplungen, die mehrere Millionen Mal gestreamt wurden. Noch im selben Jahr standen für Thorsteinn die ersten größeren Konzerte und Festivalauftritte an.

Im Jahr 2017 luden ihn die SÖHNE MANNHEIMS ein, sie auf ihren Konzerten in Österreich zu begleiten.

2018 begannen dann die Arbeiten zum 2. Album.

Thorsteinn Einarsson,INGI, Albumcover

Mit „Galaxy“ und „Genesis“ erschienen bereits die ersten Vorab-Singles. Mit dem Album will Thorsteinn jetzt aber auch die deutschen Charts erobern. Seit Freitag liegt das komplette Album vor. Es trägt den Titel „INGI“. Was sich im ersten Moment etwas kryptisch anhört, erklärt sich am Ende ganz einfach: Ingi ist der 2. Vorname des Sängers. Den Albumtitel hat er gewählt um zu unterstreichen, dass es für ihn ein sehr persönliches Album ist. So finden sich im Klappentext zu jedem Song Anmerkungen und Erklärungen. Den Titel „Symphony“ z.B. hat er seinem Großvater Gunnar gewidmet („I miss him every day.“).

„Es ist schon etwas sehr Einzigartiges, wenn du seit dem achtzehnten Lebensjahr deiner Leidenschaft Musik zu machen nachgehen darfst. Was sich da auf einmal alles in deinem Leben verändert, das ist einfach überwältigend. Dementsprechend habe ich versucht, zu beschreiben, wie sich das anfühlt. Innerlich bin ich manchmal noch ein kleines Kind, aber ich bin sowohl persönlich als auch musikalisch reifer geworden.“

Was gibt es zum Album noch zu sagen? Die 10 Songs hat Thorsteinn fast alle zusammen mit Lukas Hillebrand geschrieben. Dazu kommen weitere Co-Autoren. Das Bemerkenswerteste ist vielleicht, dass sein Vater, der eigentlich Opernsänger ist, beim ersten Song „The Kick“ die Solo-Gitarre spielt.

Auf „INGI“ zeigt Thorsteinn Einarsson viele verschiedene musikalische Facetten.

Los geht`s mit einem Gitarrenriff, das einen an den Grunge-Rock der 90er Jahre erinnert. Das hat sich allerdings ziemlich schnell erledigt. Weiter geht`s  dann eher mit Bombast- oder Symphonic-Rock. Zu „Two Hearts“ fällt mir am ehesten moderner Pop mit Rock-Elementen oder einfach Mainstream-Rock als Umschreibung ein. „Symphony“ – da sagt der Titel schon, in welche Richtung es geht: symphonischer Rock, mit einem isländischen Chor im Bridge-Teil. Bei „Genesis“ wird es dann etwas folkloristisch, bevor es bei „Vienna“ in Richtung Art-Rock geht. Immer im Wechsel, so geht`s auch weiter bis zum letzten Song. Was die Songs außerdem kennzeichnet: sie sind alle kurz und knackig, auf den Punkt. Deshalb ist dann allerdings auch schon nach nur 33 Minuten Schluss.

Eigentlich erwartet man auf dem 2. Album, dass ein Musiker seinen Stil und seine Ausrichtung gefunden hat. Aber in gewisser Weise ist dies ja wie ein Erstling, zumindest für alle Nicht-Österreicher. 

Meine Favoriten: „The Kick“ und „Blood Brother“.

Hier das Video zur aktuellen Single von Thorsteinn Einarsson:

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https://youtu.be/HZOXPFxuFtE

 

Thorsteinn Einarsson: „Ingi“

Album-VÖ: 24.05.2019
Label: Sony Music
Fotocredits: Raphael Moser

 

© Christian Behring im Mai 2019