Waldbuehne, Berlin, 09.06.2018, Für viele die schönsten Konzertbühnen

Berliner Konzertbühnen – Eine Übersicht

Wohl keine andere deutsche Stadt verfügt über so viele Konzertbühnen wie Berlin.

Verschoben hat sich allerdings die Dichte der Veranstaltungsorte in den einzelnen Bezirken der Stadt. Gab es zu Beginn der 90er Jahre noch zahlreiche Clubs im Prenzlauer Berg, sind davon heute nur noch die Kulturbrauerei und die Max-Schmeling-Halle geblieben. Viele Clubs wurden verdrängt und haben ihr neues Zuhause in Friedrichshain-Kreuzberg gefunden. Nirgends in der Stadt ist die Dichte an kleinen Clubs und Konzertbühnen so groß wie zwischen Revaler Straße und Skalitzer Straße.

Diese vielen Musikclubs sind auch dafür verantwortlich, dass Berlin auf eine so große Anzahl an Konzerten kommt. An manchen Tagen kommt man locker auf ein Dutzend recht unterschiedlicher Konzerte. Es gibt allerdings auch Zeiten, in denen fast nichts läuft. Zum Einen sind viele Clubs und Hallen von Anfang bis Mitte Januar und dann noch einmal von Anfang Juli bis Anfang September geschlossen. Das ist ja ohnehin die Hochzeit der Open-Air-Konzerte. Von Ende Mai bis Ende September finden in Waldbühne, Wuhlheide und Zitadelle Spandau dutzende Konzerte statt. Dazu kommen in der fußballfreien Zeit ein paar Konzerte im Berliner Olympiastadion.

Zu den bekannten und angesagten Clubs gehören:

das Astra, Badehaus, Bi Nuu, Columbia Theater, Festsaal Kreuzberg (seit ein paar Jahren neben der Arena Treptow), Frannz Club, Huxleys Neue Welt, Kantine Am Berghain, Kesselhaus, Lido, Metropol (ehemals Goya und davor auch schon mal Metropol), Musik & Frieden (früher Comet Club und Magnet Club), Privatclub. Darunter sind Clubs von gerade einmal 100 bis zu 1.600 Plätzen.

Die mittelgroßen Konzertbühnen und Hallen schließen genau dort an und reichen bis etwa 4.500 Plätzen.

Hierzu gehören auch Theater, die eben nicht nur Konzerten die Bühne bieten, sondern auch viele Shows oder Musicalgastspiele und Revuen präsentieren, so wie Admiralspalast, Friedrichstadt-Palast, das Theater Am Potsdamer Platz, Columbiahalle, Tempodrom und Verti Music Hall.

Die größten Hallen der Stadt sind hochmoderne Mehrzweckhallen, die ab Mitte der 90er Jahre entstanden.

Bis dahin verfügte Berlin mit der Deutschlandhalle lediglich über eine einzige Halle (bis Mitte 1997), in der die ganz großen Stars auftreten konnten. Die beiden Spielstätten im Osten waren der Palast der Republik und die Werner-Seelenbinder-Halle (wurden Anfang der Neunziger geschlossen). An der Landsberger Allee befinden sich heute die Schwimmhalle und das Velodrom. Diese beiden Hallen entstanden genauso wie die Max-Schmeling-Halle im Zuge der Olympiabewerbung Berlins. Damit verfügte Berlin über zwei Hallen mit Kapazitäten von über 10.000 Plätzen. Einige Jahre später entstand mit der o2 World (heute: Mercedes-Benz Arena) die größte Halle der Stadt. Sie bietet maximal 17.000 Zuschauern Platz. Hier treten die großen Welt-Stars auf wie Rod Stewart, Michael Buble, Pink oder Elton John. 

Wohl kaum eine andere Stadt in Deutschland hat auch so viele Freiluftveranstaltungen.

Grund dafür ist sicherlich, dass Berlin über Spielstätten mit solch unterschiedlichem Fassungsvermögen und Ambiente verfügt. Für die absoluten Superstars wäre da das Olympiastadion. Hier spielten zuletzt Stars wie Depeche Mode oder Rammstein. Seit ein paar Jahren hat sich hier auch das Lollapalooza-Festival etabliert. Daneben gibt es die zwei bekannten Amphitheater: Waldbühne (im Westen), Wuhlheide (im Osten). Hier traten beispielsweise Grönemeyer, Lindenberg, Kiss oder Iron Maiden auf. Zur Internationalen Funkausstellung öffnet alljählich der IFA-Sommergarten seine Tore für bis zu 13.000 Zuschauer. Der nächst kleinere Veranstaltungsort ist die Zitadelle Spandau. Hier gibt es seit einigen Jahren das Citadel Music Festival. Künstler wie Robert Plant, ZZ Top oder Revolverheld gehören zu den Stars der vergangenen Jahre. Eine der kleinsten Open-Air-Bühnen ist der Hof der Kulturbrauerei. Hier macht seit einigen Jahren die „Energy Music Tour“ Halt.

Blieben da noch die Veranstaltungsorte für Klassik, Weltmusik und nicht zu vergessen den Jazz.

Für Freunde der ernsten Musik gibt es in Berlin drei Opernhäuser. Staatsoper Unter Den Linden und Deutsche Oper sowie die Komische Oper (eines der erfolgreichsten Häuser seiner Art). Als reine Musikbühnen gibt es daneben noch die Philharmonie am Potsdamer Platz sowie das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Die bekannteste Spielstätte für Weltmusik und dergleichen ist das Haus der Kulturen der Welt (HKW). Zu den bekanntesten Jazz- und Blues-Clubs der Stadt gehören der A-Trane und das Quasimodo im Westen und B-Flat in Alex-Nähe. Für Klassikfans bzw. Liebhaber des Crossover ist das „Classic Open Air“ auf dem Gendarmenmarkt seit Jahren eine feste Größe.

Hier sind die bekanntesten Berliner Konzertbühnen, besser gesagt die Außenansichten alphabetisch geordnet:

Kleines PS: aktuell bleibt natürlich abzuwarten, ob alle Clubs, Hallenbetreiber und Pächter die Krise überleben.

© Christian Behring im März 2020