ORISHAS, Konzert im HUXLEYS, Berlin, 08.10.2017

Die ORISHAS brachten kubanisches Lebensgefühl nach Berlin

Sonntagabend waren die ORISHAS in Berlin. Nach langer Pause befindet sich das kubanische Hip-Hop-Trio gerade auf seiner großen „Reunion-World-Tour“. Im Dezember 2009 gaben sie ihr letztes Konzert und anschließend ihre Trennung nach 10 Jahren bekannt. Knapp acht Jahre später haben sich die drei Original-Mitglieder Roldán Gonzalez Rivero, Yotuel Romero Manzanares und Hiram Riveri entschlossen, ein Comeback in Angriff zu nehmen. Einzelne neue Songs und entsprechende Videos kursieren seit mehreren Wochen im Netz.

Allein in Deutschland stehen sieben Konzerte auf dem Tour-Plan. Das Berliner Huxleys war nach Hamburg und Köln die 3. Station. Noch 20 Minuten vor dem geplanten Beginn sah es nicht so aus, als wenn das ein erfolgreicher Abend werden könnte. Etwa 200 Leute sahen ziemlich verloren in dem großen Saal aus. Es hatte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass das Konzert tatsächlich ohne Support pünktlich um 20 Uhr anfängt. Plötzlich hieß es dann, wir müssen 10 Minuten später anfangen, vor der Tür stehen noch so viele Menschen. Daraus wurden am Ende 20 Minuten. Dafür war der Saal dann auch richtig gut gefüllt.

ORISHAS, Konzert im HUXLEYS, Berlin, 08.10.2017

Roldán González Rivero (Gesang / Blaues Hemd), Yotuel Omar Romero Manzanares (Sprechgesang / Mantel) im HUXLEYS, Berlin, 08.10.2017

Gut gelaunt betraten Roldán Gonzalez Rivero, Yotuel Romero Manzanares und Hiram Riveri die Bühne. Nicht zu übersehen war, dass die Drei etwas in die Jahre gekommen sind. Auch schienen sie das Herbstwetter  nicht so gewohnt zu sein, obwohl sie schon lange in Europa leben. Yotuel und Ruzzo kamen in dicken Jacken auf die Bühne. Ruzzo war zudem unter seiner Basecap kaum zu erkennen.

Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Vor 1.100 begeisterten Fans spielten sie ihre größten Hits wie „Que Pasa“, „537 Cuba“ oder „El Kilo“. Aber auch neue Songs wie „Bembe“ und „Sastre De Tu Amor“ präsentierten sie den Fans. Und als sie den kubanische Klassiker „Chan Chan“ zu Ehren von Compay Segundo brachten, war auch der Letzte im Saal von der Musik und Stimmung im Saal gefesselt.

Das Besondere an den ORISHAS, was sie von anderen Hip-Hoppern unterscheidet, ist ja, dass sie neben dem Sprechgesang auch einen klassischen Sänger mit an Bord haben und zudem das Ganze mit Elementen der volkstümlichen kubanischen Musik wie Son mischen. Dementsprechend gehört eine Live-Band mit Percussion, Schlagzeug, Blasinstrumenten, Keyboards und DJ-Set zu ihren Auftritten. Jeder aus ihrer Band bekam auch Raum für ein kleines Solo und wurde dabei von den Fans lautstark bejubelt.

Insgesamt 13 Songs gab’s von den ORISHAS, so dass nach 90 Minuten gegen 22 Uhr das Konzert zu Ende ging. Einen schöneren Wochenausklang kann man sich kaum wünschen. Einzig den Wunsch nach dem neuen Album haben sie noch nicht erfüllt.

Die ORISHAS brachten Berlin zum Tanzen

 

© Christian Behring, 9. Oktober 2017