Martin Boettcher Hannelore Elsner, gestorben

Martin Böttcher und Hannelore Elsner sind tot

Am Ostermontag wurde bekannt, dass Filmkomponist Martin Boettcher bereits am Karfreitag im Alter von 91 Jahren verstarb.

Mehrere Hundert Melodien verfasste er für deutsche Kino- und Fernsehfilme. Unvergessen bleibt er allein schon wegen seiner Musik für die Karl-May-Verfilmungen und einige Edgar-Wallace-Filme der 60er Jahre sowie die Pfarrer-Braun-Reihe (in den 60ern mit Heinz Rühmann genauso wie für die Neuverfilmungen mit Ottfried Fischer). Seine ersten Erfolge feierte er aber schon in den 50er Jahren, z.B. mit der Musik zum Horst-Buchholz-Film „Die Halbstarken“. Neben vielen anderen Preisen erhielt er 2016 von der GEMA den „Musikautorenpreis für sein Lebenswerk“.

Hannelore Elsner ist tot.

Am Oster-Sonntag soll sie bereits in einem Münchner Krankenhaus gestorben sein. Ein Schock, der heute alle deutschen Medien gleichermaßen trifft. Wohl nicht einmal die BILD-Zeitung wusste von ihrer schweren Krebs-Erkrankung. Nichts desto trotz stand sie bis zuletzt für einen Film vor der Kamera, dessen Fertigstellung sie nun nicht mehr erlebt.

Noch im Februar 2019 konnte man sie strahlend auf dem Roten Teppich zur Premiere von Doris Dörries Film „Kirschblüten und Dämonen“ sehen. Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass das nun wohl ihr letzter Film bleiben wird. Irgendwie schien diese Frau schon längst unsterblich zu sein. Wie viele Schauspielerinnen gibt es noch mit solch einer Aura? Wer sie einmal persönlich getroffen hat, der weiß, was ich meine.

Hannelore Elsner, am 21.4.2019 im Alter von 76 Jahren in Muenchen gestorben

Hannelore Elsner (26.07.1942 – 21.04.2019) , „Produzentenfest“ am Haus der Kulturen der Welt am 11.06.2015 in Berlin

Kaum eine andere Schauspielerin begleitete so viele Generationen Deutscher durch ihr Leben. Ihre Karriere begann sie in den 50er Jahren. Al 17-jährige wurde sie auf der Straße in München entdeckt. In den 60ern  sah man Hannelore Elsner in den „Pauker“-Filmen oder an der Seite von Mario Adorf in „Die Herren mit der weißen Weste“. Ab den 70er Jahren, als das westdeutsche Kino fast tot war, dann vorwiegend im Fernsehen. Zwölf Jahre lang verkörperte sie für die ARD „Die Kommissarin“ (1994 – 2006).

Ein furioses Comeback auf der Kinoleinwand gelang Hannelore Elsner mit Oskar Roehlers „Die Unberührbare“ (Deutscher Filmpreis) und Dani Levys „Alles auf Zucker!“. Danach folgten viele weitere große Rollen in Krimis, Dramen  und Komödien wie „Kirschblüten – Hanami“, „Jesus liebt mich“ oder „Wer`s glaubt, wird selig“. Dazu sprach sie auch zahlreiche Hörbücher ein und verfasste 2011 ihre Erinnerungen.

1997 erhielt sie den VERDIENSTORDEN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND.

© Christian Behring im April 2019