Jugend ohne Gott, Hauptdarsteller

JUGEND OHNE GOTT – Einer der interessantesten Filme des Jahres

Berlin, 21.08.2017:

JUGEND OHNE GOTT, einer der vielversprechendsten deutschen Filme des Jahres kommt am 31. August in die Kinos. Am 22. 08.2017 steigt um 20:00 Uhr im ZOO PALAST die Berliner Premiere. Erwartet werden zur Premiere in Berlin die Darsteller Jannis Niewöhner, Emilia Schüle, Fahri Yardim, Anna Maria Mühe, Alicia von Rittberg und Jannik Schümann sowie Regisseur Alain Gsponer.

Das Drehbuch des Films beruht im Wesentlichen auf dem Roman, den Ödön von Horváth genau vor 80 Jahren veröffentlichte. Der Autor verarbeitet darin die beunruhigenden gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit: ein christlich-humanistisch geprägter Lehrer wird während eines Zeltlagers mit den immer stärker werdenden nationalsozialistischen Verhaltensweisen seiner Schüler konfrontiert, die in einen tragischen Tod münden. Der Roman wurde binnen kurzer Zeit in viele Sprachen übersetzt, im deutschen Sprachraum dagegen verboten. Noch an seinem Todestag hatte Horváth mit dem Regisseur Robert Siodmak über eine mögliche Verfilmung gesprochen, sein Tod verhinderte dies jedoch.

Im Gegensatz zur Vorlage spielt der Film von Alain Gsponer nicht zur Zeit des Nationalsozialismus. Produzent Uli Anselmann erklärt dies so: „Es war mir aber immer klar, dass die Story nicht zu Beginn des Faschismus spielen sollte.   Wir haben mit den beiden Autoren alle Möglichkeiten abgewogen und sind letztlich bei der Dystopie hängen geblieben… Wenn man das Erstarken der Eliten in der Gegenwart genauer beobachtet, dann ist diese Zukunft schon viel näher, als wir es uns bei der Entwicklung des Stoffes vorgestellt haben.“

jugend ohne gott, niewoehner schuemann

Zum Inhalt:

In der digitalisierten Gesellschaft der Zukunft spielen Liebe, Moral und Menschlichkeit nur noch untergeordnete Rollen. Alles ist auf Leistung, Anpassung und Effizienz ausgerichtet. Eine Gruppe Jugendlicher macht sich auf in ein Hochleistungs-Camp, mitten im Gebirge auf einer Waldlichtung. Alle wollen Punkte sammeln, um einen Platz auf der Rowald Universität, DER ELITESCHULE, zu ergattern. Alle, außer Zach (Jannis Niewöhner). Eine von ihnen ist die ehrgeizige Nadesh (Alicia von Rittberg). Obwohl sie ihn nicht versteht, ist sie von Zach fasziniert und versucht, ihm näherzukommen. Zach dagegen interessiert sich für Ewa (Emilia Schüle), die im Wald lebt und sich mit Diebstählen über Wasser hält. Als Zachs Tagebuch verschwindet und ein Mord geschieht, zerbricht die ohnehin fragile Gemeinschaft der jugendlichen Elite endgültig. Unklar bleibt zunächst, welche Rolle der vermeintlich so integere Lehrer (Fahri Yardim) spielt…

Jugend Ohne Gott, Emilia Schuele

Alain Gsponer macht aus diesem kurzen, nur 145 Seiten langen Roman einen spannenden 2-Stunden-Film, indem er die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erschließt sich nach und nach für den Zuschauer, wie es zu dem Mord kommen konnte und warum die Geschichte so tragisch endet.

Entstanden ist ein spannender Film über Moral und Gewissen, gesellschaftliche Entwicklungen und Wertesysteme. Der Film wirft Fragen auf: Wie soll unsere Zukunft aussehen, was kann jeder Einzelne dazu beitragen, Fehlentwicklungen zu verhindern. Worin besteht die Verantwortung jedes einzelnen Menschen für die Gesellschaft als Ganzes?

Darin zu sehen sind einige der besten jungen Darsteller des deutschen Film. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Jannis Niewöhner, Jannik Schümann und Fahri Yardim. Aber auch die Ästhetik des Films passt hervorragend zur Geschichte: das futuristische Set-Design, Kostüme,  Farbgebung und Lichtsetzung lassen erst diese gefühlskalte Welt lebendig werden. Aber leider gibt es auch etwas Negatives anzumerken: die wackelige Handkamera nervt doch sehr und ist auf die Dauer ganz schön anstrengend.

JUGEND OHNE GOTT

Regie: Alain Gsponer
Drehbuch: Alex Buresch, Matthias Pacht
Kamera: Frank Lamm
Art Director: Frank Herzog
Darsteller: Jannis Niewöhner, Jannik Schümann, Fahri Yardim, Alicia von Rittberg, Emilia Schüle, Anna Maria Mühe, Rainer Bock, Iris Berben
Länge: 114 Minuten

Quelle: Constantin Film / die film gmbh


© Christian Behring im August 2017