Im vergangenen Jahr waren SILLY & Julia Neigel bereits auf erfolgreicher „Elektroakustik-Tour“. Mehr als 30.000 Fans kamen zu den Konzerten. Das Ganze an Spielstätten, an die sie früher nie gedacht hätten. So standen sie auf den Bühnen der Berliner Philharmonie oder des Gewandhauses in Leipzig. Und weil man mit dem Programm eben so erfolgreich war, gibt es nun ein paar Zugaben, live und Open Air.
Dazu gehörte dann auch am Freitag ein Konzert im Waschhaus in Potsdam. Besser gesagt auf dem Open-Air-Gelände hinter dem Waschhaus.
Bei dem Wetter, das am Abend über Potsdam hinweg zog, wäre es vermutlich besser gewesen, das Konzert ins Waschhaus zu verlegen.
Kurz vor dem geplanten Beginn kamen die drei SILLY-Männer auf die Bühne, um erst einmal anzusagen, dass wegen des Regenwetters das Konzert eine halbe Stunde später anfängt. Also 21 Uhr statt 20.30 Uhr.
Bis dahin hatten sich auch die Reihen vor der Bühne ganz gut gefüllt. Kurzentschlossene Fans hatten sich aber vermutlich nicht mehr auf den Weg gemacht. So blieben dann doch weiter hinten viele Plätze frei.
Punkt 21 Uhr ging es dann aber los, Jule Neigel und Toni Krahl betraten die Bühne, gefolgt von den drei SILLYs Uwe, Ritchie und Jäcki sowie ihren Gastmusikern, die sie an Drums und Keyboards begleiteten.
Sie legten sofort los, immer wieder im Wechsel. Mal Jule allein, dann Toni allein, aber auch immer wieder gemeinsam am Mikrofon. Dazwischen auch immer wieder Ansagen und Geschichten aus dem langen Bandleben, über die Entstehung der einzelnen Songs oder ihre persönliche Verbindung zu SILLY. Schließlich sind beide Sänger erst vor wenigen Jahren zur Band gestoßen. Und Jule Neigel hat ihre große Vorgängerin Tamara Danz (deren Todestag sich am 22. Juli zum 30. Mal jährt) nie persönlich kennengelernt. Umso mehr hatte sie zu erzählen, was, wann und wie sie von bestimmten Dingen erfahren hat. Leider war dabei nicht alles ganz korrekt. Naja, so ist das dann eben mit Geschichten aus 2. Hand…
SILLY boten ansonsten ein Programm aus allen Phasen der Band-Geschichte. Aus den frühen 80ern und 90ern genauso wie aus der Zeit mit Anna Loos als Frontfrau. „Alles Rot“ ist eben einfach einer der besten Songs und steht „Asyl im Paradies“ oder „Schlohweißer Tag“ in Nichts nach.
Leider haben Silly es an diesem Abend nicht geschafft, eine große emotionale Stimmung zu schaffen. Dafür wirkten die Ansagen vor allem von Toni Krahl doch etwas zu hölzern. Und dann natürlich das Wetter. Zwar ließ der Regen so nach, dass das Konzert überhaupt stattfinden konnte, hörte aber nie ganz auf. Die Feuchtigkeit kroch einem förmlich unter die Kleidung.
War schon schade, dass man das Konzert nicht wirklich genießen konnte. Das Open-Air-Gelände glich an diesem Abend eher einer Waschküche als einem Waschhaus.
Hier ein paar Impressionen vom SILLY-Open-Air-Konzert im Waschhaus:
© Christian Behring im Juli 2026





