Es ist soweit! Am 30. Januar veröffentlicht die Wiener Band REVEREND STOMP ihr 2. Album „Mescalero Ranger“.
Ein Album, das so gar nicht nach Wien und „Austro-Pop“ oder dergleichen klingt.
Vielmehr nach Wüste und Whiskey und mehr mit Black Keys oder Calexico gemein hat, als mit DJ Ötzi oder Conchita Wurst. Das hält sie aber nicht davon ab, sich für den österreichischen Vorentscheid zum ESC anzumelden. Das wäre doch mal was, wenn sie mit ihrem „Swamp Rock“ Europa aufmischen. Und es dann Maneskin gleichtun und die Festivalbühnen der Welt erobern würden…!?
Den vier Jungs aus Übersee (Bayern) traut man nach dem Hören ihres neuen Albums durchaus zu, dass sie den Sprung nach „Übersee“ schaffen und sich dort etablieren. Irgendwo zwischen den Black Keys und Black Pumas ist bestimmt noch Platz. Nach ihrem Erstling „Mokara“ und der EP „Salaya“ legen sie mit „Mescalero Ranger“ ein Album vor, das sie endgültig in der Blues-Rock-Szene etablieren dürfte. Oder wie sie selbst ihren Musikstil bezeichnen: als „Swamp Surf“-Rocker.
„Swamp Surf“ ist natürlich auch eine eigene Kreation.
„Swamp Surf“ ist – wie kann es anders sein – stark beeinflusst von der Musik, die ihren Ursprung im Süden der USA hat: Zum Einen vom Blues, der aus den Sümpfen Louisianas stammt, zum Anderen vom „Desert-Sound“ Arizonas und letztlich vom „Surf-Rock“ der Pazifik Küste. Abgerundet wird das Ganze noch mit einer Prise „Garage Rock“ á la White Stripes. Obendrauf kommt dann noch die markante Stimme von Christoph Mooser, der der Musik der Band endgültig eine unverwechselbare Note verleiht. Seine Stimme klingt, als wäre sie von Whiskey durchtränkt und im Qualm unzähliger Zigaretten und Zigarren geräuchert worden. Markant für den Sound von Reverend Stomp ist aber auch der Klang der Gitarre von Franz Gries, der sogar ein wenig (oder auch ein bisschen mehr) an die berühmtesten aller Swamp Rocker Creedence Clearwater Revival erinnert.
Das ganze Album atmet vom ersten bis zum letzten Song diesen Sound.
Selbst der Rausschmeißer „Leaves“, bei dem die vier Musiker sich deutlich zurücknehmen, Christoph Mooser nur von Akustikgitarre und Piano begleitet wird, macht da keine Ausnahme. Allein, dass hier durch die akustische Begleitung der Song ruhiger daherkommt und so der Hörer wieder zu Atem kommt, macht den Unterschied. REVEREND STOMP schaffen es, bis zur letzten Note die Spannung hochzuhalten.
Nur der Veröffentlichungszeitpunkt scheint nicht so ganz zu passen.
Mit ihrem Album liefern sie doch eher den Soundtrack zu heißen Sommernächten. Oder doch zumindest zu lauen Abenden im Frühling. Eisige Wintertage passen da so gar nicht zu der Musik von REVEREND STOMP. Umso mehr ist bei dem aktuellen Wetter die Vorstellungskraft gefragt. Da hilft doch am Besten die Augen zu schließen und sich vorzustellen, dass man in einem amerikanischen Straßenkreuzer sitzt, mit offenem Verdeck auf einem Highway dahin cruised. Die Sonne brennt auf die Haut, die Haare wehen im Wind, in der linken Hand das Lenkrad, rechts ein kaltes Getränk. Der Weg führt einfach immer gerade aus, Zeit spielt keine Rolle. Okay, in die richtige Stimmung gekommen? Dann muss dieser Sommer mit 40 Grad im Schatten nur noch kommen. Die passende Musik ist schon da.

Aufgenommen haben die vier Wahl-Österreicher Christian Mooser (Gesang), Florian Strober (Drums), Tobias Voge (Bass) und Franz Gries (Gitarre) die elf Songs quasi live im Nautilus Studio in Dornbirn im Vorarlberg. Damit wollten sie „…die Dynamik und wilde Rohheit ihres Sounds einfangen…“, was ihnen auch wunderbar gelungen ist. REVEREND STOM stehen für authentische Musik, ohne Sicherheitsnetz und ohne doppelten Boden.
Da bleibt uns nur zu wünschen, dass man sich davon auch möglichst bald selbst überzeugen kann. Bisher stehen leider nur zwei Record-Release-Shows auf ihrem Programm: Am 30. Januar in ihrer alten Heimat Übersee und am 31. Januar in der neuen Heimat Wien. Für mich ist „Mescalero Ranger“ jedenfalls schon jetzt ein heißer Kandidat auf den Titel als „Album des Jahres“.

Reverend Stomp (Übersee/Wien) – Album: „Mescalero Ranger“
VÖ: 30. Januar 2026 digital, auf Vinyl und CD
Label: LasVegas Records
Genre: Swamp-Surf, Blues, Garage
Live-Termine:
30.01 Übersee (DE) – Vinylnerds
31.01. Wien (AT) – LOOP
Quelle: Las Vegas Records
© Christian Behring, Januar 2026





