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SAGA im Berliner Metropol

Wann:
26. Februar 2020 um 20:00
2020-02-26T20:00:00+01:00
2020-02-26T20:15:00+01:00
Wo:
METROPOL
Nollendorfplatz 5 10777 Berlin

Kommando zurück! SAGA lösen sich nicht auf. Es war lediglich ein Missverständnis, sagt Michael Sadler, Sänger der Neo-Progrocker. Wie so viele Bands, die in die Jahre gekommen sind und sich eigentlich verabschieden wollten, machen auch SAGA gerade eine Rolle Rückwärts. Irgenwie scheint es doch bei allen, egal ob sie nun die großen oder kleineren Hallen füllen so zu sein, dass sie es einfach viel zu sehr lieben, auf der Bühne zu stehen.

„Wir wollten bloß aus dem üblichen, jahrzehntelangen Album-Tour-Album-Rhythmus heraus. Nach über 40 Jahren war es an der Zeit, ein wenig Luft zu holen. Wir sind glücklicherweise in der Lage, uns auszusuchen, wann wir spielen wollen. Es muss Spaß machen und sich nicht wie ein Job anfühlen, auf die Bühne gehen zu müssen. Dabei geht es auch nicht um Geld. Wir haben nie konkret formuliert, dass wir uns auflösen werden, dazu sind wir auch noch immer viel zu kreativ.“

Und füllen auch hierzulande vor allem noch immer die Hallen.

Deutschland und SAGA, das ist eine Verbindung, die schon von Beginn an eine besondere war. Sadler spricht nicht umsonst von „unserer zweiten Heimat“, der 65-Jährige lebte in den Neunzigern sogar einige Jahre lang in Saarbrücken. Gitarrist Ian Crichton, neben seinem Bruder Jim (b) und Sadler Gründungsmitglieder der Kanadier, wird in einem Interview sogar zitiert, für SAGA habe „alles in Deutschland angefangen“. Sadler weiß auch, warum: „Die zahlreichen TV-Auftritte und der Gig bei ‚Rock am Ring‘ 1985 waren sicherlich ein Grund dafür, warum wir in Deutschland unsere gesamte Karriere lang so erfolgreich gewesen sind. Aber natürlich darf man die allererste Tour im Juni 1980 im Vorprogramm mit Styx nicht vergessen. Deutschland war das erste Land, das uns mit offenen Armen empfangen hat.“ 

SAGA haben weltweit bis heute von ihren 21 Studio- und 9 Live-Alben 10 Millionen Exemplare verkauft und über 1000 Konzerte in Europa, Nord- und Südamerika gespielt. Und das Ende ist nicht in Sicht.

Ein anderer Grund für die enorm loyale Fan-Basis in Deutschland waren auch die von Sadler erwähnten TV-Shows. Neben dem ARD-‚Rockpalast‘ waren es vor allem die ‚Rock Pop In Concert‘-Aufzeichnungen im ZDF, die für Furore sorgten. Die Sendung vom 19.12.1981 mit Foreigner, Meat Loaf, Spliff und eben SAGA gilt als eine dieser Sternstunden der Rockhistorie hierzulande. „Wir mussten als letzte auf die Bühne, hatten eine knappe Stunde und die haben wir genutzt. Danach war alles anders.“ Ändern würde er im Nachhinein bis auf sein damaliges Outfit (Lockenkopf, Schnurrbart) nichts, schmunzelt der inzwischen kahlköpfige Sänger. Was sich ebenfalls nicht geändert hat, ist Sadlers Stimme. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sängern seines Alters klingt der 65-Jährige wie vor 40 Jahren. 

Zur kommenden Tour im Frühjahr 2020 wird es ein neues Album von SAGA geben. Allerdings möchte Sadler noch nichts Genaues dazu sagen, außer „dass das aufmerksame deutsche Publikum schon wissen wird, wovon ich spreche.“ Diese Loyalität wird belohnt, alle letzten neun SAGA-Alben landeten in den oberen Rängen der deutschen Charts. Das letzte, „Sagacity“ (2014) auf Platz 17, der Vorgänger „20/20“ (2012) auf Platz 13.

„Es scheint, dass wir in den letzten Jahren eine Art Renaissance widerfahren haben, dass unsere Musik auf einmal von vielen wieder neu entdeckt und gewürdigt wird. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir live noch nie so gut waren.“

Warum sich also auflösen? „Ich höre auf, wenn es sich wie ein Job anfühlt, auf die Bühne zu gehen. Musik werde ich aber bis zum Ende machen, denn das ist das, was mich ausmacht,“ so der Sänger.

Am 26.02.20 treten SAGA im Berliner Metropol auf (Beginn: 20 Uhr, Einlaß: 19 Uhr).

Mit dabei ist Thorsten Quaeschning (Tangerine Dream) Solo