Robert Plant mit der Band of Joy, Konzert auf der Zitadelle, Berlin, 03.08.2011

Robert Plant – Das Feuer brennt immer noch

Am 13. Oktober 2017 erschien das von vielen Fans bereits sehnsüchtig erwartete neue Album von Robert PLANT. Seit Wochen kursierten bereits die ersten Songs und Videos zum neuen Album. „The May Queen“ weckte große Erwartung an das Album. In der BBC-Fernseh-Show von Jools Holland hatte Robert PLANT gemeinsam mit seiner Band The Sensational Space Shifters die Songs „New World…“ und „Bones of Saints“ live perfomt. Zudem hatte PLANT mit den Space Shifters eine Woche vor Album-Veröffentlichung für BBC Radio 6 Music ein intimes Club-Konzert gegeben.

Robert Plant, Carry Fire, AlbumCover-px900

Drei Jahre sind vergangen seit dem hochgelobten „Lullaby And … The Ceaseless Roar“. Nun also das zweite Album mit den Space Shifters. „CARRY FIRE“ wurde von PLANT im Westen Englands und Wales’ im Top Cat Studio, Wiltshire, produziert. Ergänzende Aufnahmen fanden in den Real World-Studios und in den Rockfield Studios statt.
Wie bereits bei „Lullaby…“ wurde Robert PLANT auch auf „Carry Fire“ von The Sensational Space Shifters begleitet: John Baggot, Justin Adams, Dave Smith und Liam „Skin” Tyson zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass sie Multiinstrumentalisten sind und auch ausgefallene Instrumente wie Dobro, Djembe, E-Bow, Oud oder Bendir beherrschen.

Ergänzt wurde die Band durch eine Reihe von Special Guests.

So singt Chrissie Hynde ein Duett mit PLANT auf „Bluebirds Over The Mountain“ (das von Rockabilly-Legende Ersel Hickey geschrieben wurde). Der Cellist Redi Hasa war auf drei Songs mit dabei, dazu spielt Seth Lakeman Viola und Fiddle  und ist schon fast Mitglied der Space Shifters.

Robert PLANT und The Space Shifters waren mit ihrem letzten Album auf großer Welt-Tournee und konnten während dieser Zeit weiter an ihrem einzigartigen Sound feilen.

Bis auf „Bluebirds…“ stammen alle Tracks aus ihrer eigenen Feder, eine wirkliche Gemeinschaftsarbeit. Einige Songs haben sie tatsächlich zu Sechst geschrieben. Das ist heutzutage ja nicht so alltäglich. Herausgekommen ist dabei wieder ein sehr vielschichtiges Album. Mitreißende Titel wie der Opener „The May Queen“ oder auch „Carving Up The World Again“ findet man genauso wie intime Songs, so wie etwa „A Way With Words“. Und der Titelsong „Carry Fire“ spielt ganz offensichtlich mit Einflüssen der Weltmusik, die man spätestens seit Led Zeppelins Hit „Kashmere“ von Robert PLANT kennt. Ganz zum Schluss wird es bei „Heaven Sent“ sogar etwas mystisch. Wobei man nicht klar sagen kann, kommt die Musik aus dem Himmel oder der Hölle? Wahrscheinlich aus einer Zwischenwelt. Womit wir dann wieder bei Led Zeppelin wären.

„Es geht um den Willen. Ich habe Respekt vor meinem bisherigen Werk und mag es sehr gern, doch jedes Mal fühle ich den Drang und den Impuls, ein neues Werk zu schaffen. Ich muss das Alte mit Neuem verbinden. In der Konsequenz hat sich die Triebkraft der Band etwas in ihrer Achse gedreht, und der neue Sound und die geänderten Räumlichkeiten öffneten den Weg zu einer aufregenden und dramatischen Landschaft von Stimmungen, Melodie und Instrumentierung.“

Was das Besondere an Robert Plant und seiner Musik mindestens der letzten 10 Jahre ist:

Dass man sie eigentlich gar nicht klar einer bestimmten Stilrichtung mehr zuordnen kann. Weder Hard Rock oder Rock noch Country, Blues, Rockabilly oder Weltmusik. Das ist nicht nur auf den Studio-Alben so, sondern auch bei den Live-Konzerten. Schon vor sechs Jahren auf der Zitadelle war das so. Die alten Led-Zeppelin-Nummern hat er so umarrangiert, dass man sie fast nicht wiedererkannt.

Robert Plant, Konzert auf der Zitadelle, Berlin, 03.08.2011,

Robert Plant, Konzert auf der Zitadelle, Berlin, 03.08.2011,

Auch mit „Carry Fire“ geht Robert Plant wieder auf große Tour:

Schon im November 2017 soll es los gehen. Start ist in seiner alten Heimat, im Vereinigten Königreich. Von dort aus führt es ihn und seine Band in alle Ecken der Welt. Die Daten findet man demnächst auf seiner Webseite.

Das vorhergehende Album „Lullaby and… The Ceaseless Roar stieg überall auf dem Globus direkt nach seiner Veröffentlichung in die Top-10 der Charts ein. Im Vereinigten Königreich gar bis auf Platz 2. Dazu gab es jede Menge Lob von allen großen Musikmagazinen.

Der britische Guardian erklärte „Lullaby and … The Ceaseless Roar“ für „fantastisch: mutig, dunkel und befriedigend“ und hob auch PLANTs „äußerst beeindruckende Backing Band, The Sensational Space Shifters“ hervor: „Ihre Fähigkeit, unvereinbare musikalische Einflüsse zu etwas Zusammenhängendem und Aufregendem zu vereinen, hat etwas nahezu Alchemistisches.“

„Carry Fire“ hat auch die besten Voraussetzungen für höchstes Lob. Mit den Charts-Erfolgen…na ja, mal sehen. Für alle, die die Vorgänger-Alben lieben jedenfalls höchst empfehlenswert!

Quelle: WARNER Music / Mads Perch

© Christian Behring, 16.10.2017