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Dan Auerbach wartet auf ein Lied

Am 2. Juni 2017 erschien das neue Meisterwerk von Dan Auerbach.

„Waiting On A Song“ heißt sein neuestes Album. Wenn man sich das Werk des Singer-Songwriters  und Mastermind der BLACK KEYS  anschaut, kann man sich gerade das am Wenigsten vorstellen. Etwas besser vorstellen kann man sich das Dilemma eines Songwriters, wenn er sagt „Du musst bereit sein für den Augenblick, wenn Du eine Songidee hast“. Dieses Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zehn neue Song-Perlen enthält das Werk – leider nur 10 möchte man nach dem Hören sagen. Und leider ist auch nach nur 32 Minuten das Hörvergnügen beendet.

Dan Auerbach, waiting-on-a-song-album-cover

 

Aufgenommen hat Dan Auerbach die Songs in seinem eigenen „Easy Eye Sound“-Studio in Nashville, Tennessee. Hier, in seiner neuen Wahlheimat fiel es ihm auch nicht schwer, die richtigen Mitstreiter für sein zweites Solo-Album zu finden. Nashville hat sich in den letzten Jahren ja noch mehr zum Musikmekka entwickelt, als es ohnehin schon war. Sogar unsere deutschen BossHoss zog es zum Songwriting dorthin. 

Zu den wichtigsten Partnern gehört der Country-Sänger und Songwriter John Prine, der seit mehr als 40 Jahren eine feste Größe in der Country-Music-Szene ist. Ein weiterer, bei uns fast vergessener Musiker ist Duane Eddy, der Erfinder des Twang-Gitarren-Sound. Sein berühmtestes Stück ist „Peter Gunn“, das er 1958 und noch einmal 1987 mit The Art of Noise veröffentlichte. Weitere Baustein für die tollen Songs und den Sound des Albums sind Pat McLaughlin (er schrieb schon zahlreiche Hits für andere Musiker wie Bonnie Raitt) und David Ferguson (u.a. „American Recordings“ von Johnny Cash).

Bei so viel geballter Musik-Kompetenz kann ja gar nichts mehr schief gehen, möchte man meinen. Aber man muss aus diesen vielen Zutaten ja auch noch ein einheitliches Ganzes formen. Dafür steht natürlich der Name Dan Auerbach als Produzent.

Dass die Arbeit mit seinen neuen Kollegen und Nachbarn aus Nashville ihm richtig Spaß gemacht hat, hört man aus jeder einzelnen Note raus. Das Album sprüht nur so von Spielfreude. Ganz im Gegensatz zu den Alben der BLACK KEYS liefert er mit „Waiting On A Song“ ein ungewöhnlich heiteres Album ab. Das Album steckt auch voller Reminiszenzen an die Musik der der 60er, 70er und 80er Jahre. Vieles kommt einem bekannt vor, meint man so oder so ähnlich schon einmal gehört zu haben. Erinnerungen werden wach an die Musik der Supremes, Beach Boys, an den Easy Listening Sound oder Motown Music. Dazu Gitarrenklänge, wie man sie zuletzt bei Fleetwood Mac oder den Travelling Wilburys gehört hat.

“Waiting On A Song“ gehört eindeutig zu den „Must Have“-Alben des Jahres 2017.

Es verbreitet so viel gute Laune, dass man es auch getrost als Therapie gegen Depressionen empfehlen kann.

Kleines P.S.:

Eine der sechs Gitarren bei „Shine On Me“ gehört Mark Knopfler.

Quelle: WARNER MUSIC / Nonesuch Records / Alysse Gafkjen

© Christian Behring, 06.06.2017