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ALICE COOPER – Neues vom Schock-Rocker

Berlin, 28. Juli 2017:

Mit „PARANORMAL“ erscheint nach sechs Jahren Funkstille ein neues Album von Alice Cooper.

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Das Album hält gleich mehrere Überraschungen bereit. Zum Ersten: Es ist ein Doppelalbum. Zum Zweiten: Mit Billy Gibbons (ZZ TOP), Roger Glover (Deep Purple) und Larry Mullen (U2) hat Alice Cooper sich wieder prominente Unterstützung ins Studio geholt.

Aber die größte Überraschung dürften wohl die alten Partner vom Beginn seiner Karriere sein. Produziert wurde das Album von Bob Ezrin, dem Mann, der für die Kult-Alben „School’s Out“ (1972), „Billion Dollar Babies“ (1973) und „Welcome To My Nightmare“ (1975) verantwortlich zeichnete. Und dann wäre da ja noch die Mini-Reunion mit den ehemaligen Bandkollegen, Gitarrist Michael Bruce, Bassist Dennis Dunaway und Drummer Neal Smith für zwei Songs.

„Als die Erstbesetzung der Band sich 1975 trennte, gab es kein böses Blut“, erklärt Cooper. „Es gab keine Gerichtsverfahren – wir haben nur einfach den kreativen Prozess ausbrennen lassen. Wir sind zusammen auf die High School gegangen und haben etwa fünf Platin-Alben am Stück zusammen aufgenommen. 10 Jahre lang hatten wir keine einzige ruhige Minute ohne einander – danach war es einfach an der Zeit, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Neal, Dennis und ich standen all die Jahre immer in Kontakt. Mike hat sich für eine Weile zurückgezogen und Glen Buxton starb 1997, was für uns alle ein großer Schock war.“

„Letztes Jahr rief Neal mich an und sagte ganz einfach: ‚Ich hab ein paar Songs‘. Ich antworte ihm nur: ‚Toll, bring sie rüber‘. Mike schloss sich uns an und ich lud die beiden zu mir ein. So kam es, dass wir einfach einige Woche lang an ein paar Sachen arbeiteten. Dann rief auch noch Dennis an und meinte ebenso: ‚Ich hab ein paar Songs! ‘ Also dachte ich hey, lass uns das machen! Wenn man sich die Aufnahme anhört, merkt man, da passt einfach alles.“

So fanden die zwei Songs „Genuine American Girl“ und „You And All Your Friends“ den Weg auf die Bonus-Scheibe. Weil das aber ein bisschen wenig wäre, gibt es noch die Highlights aus einem Konzert vom 6. Mai 2016 in Columbus, gleichzeitig ein Vorgeschmack auf die anstehenden Konzerte (s. unten).

"ALICE COOPER", Konzert in der Columbiahalle, Berlin, 14.11.2011 (Photo: Christian Behring)

„ALICE COOPER“, Konzert in der Columbiahalle, Berlin, 14.11.2011 (Photo: Christian Behring)

Zu den neuen Songs sagt der Meister selbst: „PARANORMAL ist wie zwölf gute Episoden von The Twilight Zone. Meine Definition von ‚paranormal‘ ist etwas, das ‚anders als normal‘ ist oder ‘Seite an Seite mit dem normalen‘ geht“, erklärt Cooper. „Man könnte sagen, dass meine ganze Karriere so verlief. Ich habe geguckt, was normal ist und trat dann einen Schritt zur Seite. So bekommt man die Aufmerksamkeit der Leute. Sie alle haben unsere Musik gehört und unsere Show gesehen und sagten ‚Das ist so verrückt… oh ja, das ist so Alice‘.“

Zum Konzept des Albums erklärt Alice: „Bob Ezrin und ich wollten aus dem Gerüst ausbrechen. Ich habe vorgeschlagen, dass wir 20 verschiedene Ideen aus 20 verschiedenen Orten sammeln, unseren Dreh daraus machen und dann nehmen, was am besten klingt.“

 So weit, so gut.

Leider muss man sagen, nützt die schönste Idee nichts, wenn die Umsetzung dem nicht standhält. Zwischen die wirklich sehr guten Stücke mischen sich zu viele mittelmäßige. Und das auf einer Länge von nur 35 Minuten!

Das Album beginnt mit dem Titelsong des Albums, dem vielleicht besten Stück des Albums. Auf jeden Fall ist es vom Sound her das ungewöhnlichste. Daran hat sicher Roger Glover seinen Anteil. Der Deep Purple-Bassist ist dann auch der einzige Gast-Star, der sich als Songwriter mit eingebracht hat. Billy Gibbons hört man noch an seinem Gitarrenspiel raus, Larry Mullen dagegen…?

Herauszuheben wären noch „Holy Water“ (hier kommt ein voller Bläsersatz zum Einsatz) und die beiden Songs, die Alice Cooper mit seinem alten Kumpel Dennis  Dunaway zusammen geschrieben hat: „Fireball“ und „The Sound Of A“. „Fireball“ ist nicht der intelligenteste Song des Albums, aber sicher der mit dem größten Drive. „The Sound Of A“ setzt den passenden Schlußpunkt des Albums, eine Mischung aus Prog-Rock und Psychedelic-Rock. Davon hätte man sich mehr gewünscht.

Hier könnt ihr selbst reinhören:

Alice Cooper tourt dieses Jahr ausgiebig durch Deutschland:

Mi, 02.08.17 – DRESDEN, Junge Garde

Sa, 05.08.17 – WACKEN OPEN AIR

Sa, 18.11.17 – KREFELD, Königspalast

Mo, 20.11.17 – AURICH, Sparkassen-Arena

Di, 21.11.17 – FRANKFURT, Jahrhunderthalle

Do, 23.11.17 – BERLIN, Tempodrom

Fr, 24.11.17 – NEUMARKT, Jurahalle

Sa, 25.11.17 – LUDWIGSBURG, MHP Arena

Quelle: earMUSIC / EDEL / Rob Fenn / Concertbüro Zahlmann

© Christian Behring, Juli 2017